Cinema Iran 2019   6. Iranisches Filmfestival The organiser

Cinema Iran 2019
6. Iranisches Filmfestival


Carl-Amery-Saal/Carl Amery Hall

€ 7,–; erm. € 5,–

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Film
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Herzlich Willkommen zu einem Abstecher nach Teheran

Zum sechsten Mal lädt Cinema Iran dazu ein, das iranische Kinoschaffen der Gegenwart aus einer Vielzahl cineastischer Perspektiven zu erkunden. In diesem Jahr steht die Metropole Teheran im Mittelpunkt.  Dokumentarfilme stellen die Geschichte der Stadt und architektonische Perlen vor. Kurz- und  Experimentalfilme porträtieren die Stadt- und Jugendkultur. In Spielfilmen wird die Großstadt mit ihren zahlreichen Facetten teils selbst zur Protagonistin. Erstmals gibt es 2019 eine Kooperation mit einem Partner aus Iran: Der unabhängige Kurator, Medienkünstler und Grafikdesigner Amirali Ghasemi, eine wichtige Stimme der jungen iranischen Kunst- und Kulturszene, hat das diesjährige Programm kuratiert.

Fr, 12. Juli, 18:00 Uhr
Exteriors
IRN 2004, 70 Min., Persisch mit englischen Untertiteln, Regie: Alireza Rasoulinejad.
Ein Mann lädt seine beiden jüngeren Neffen zu sich ein. In der Wohnung des Onkels finden die beiden jungen Männer diverse Notizen – zu Woody Allen, zur zeitgenössischen Architektur, zur Filmindustrie. Außerdem finden sie einen nicht fertiggestellten Dokumentarfilm des Onkels. Ausgehend von ihren Entdeckungen drehen die beiden Neffen einen Experimentalfilm.

Video diaries
Iran 2004, 6 Min., Persisch mit englischen Untertiteln, Regie: Amirali Ghasemi.
Die Videotagebücher sind ein Langzeitprojekt, das Amirali Ghasemi seit 2001 fortgeführt hat. Die Urfassung von 2002 war ein 17-minütiger Loop von 47 dokumentarischen Kurzclips. Gezeigt werden neben privaten Räumen auch öffentliche Räume wie Cafés, Galerien und Kunstateliers. Die hier gezeigte Fassung ist eine Überarbeitung, die in vier Split-Screens Schnappschüsse aus dem Leben des Künstlers zeigt, der mit Anfang 20 am Beginn seiner professionellen Karriere steht. Der Soundtrack stammt vom deutschen Dub-Techno-Musiker Stefan Betke alias Pole.

Fr, 12. Juli, 20:30 Uhr
Scenes from the life of a detective (Deutschlandpremiere)
Iran 2017–2019, 80 Min., Persisch mit englischen Untertiteln, Regie: Alireza Rasoulinejad.
Behrad ist ein Flaneur. Er streift ziellos durch die Straßen Teherans auf der Suche nach urbaner Schönheit. Als Film Noir Fan nimmt er den Auftrag, eine schöne unbekannte Frau als Detektiv zu beschatten gerne an, zumal er sowieso gerade einen Job und etwas Geld braucht. Seine Schwester Sara, sein Nachbar, ein Psychoanalytiker, aber auch Hamid, der Filmkritiker, finden Behrads Verhalten rätselhaft und heften sich ihrerseits an seine Spuren.
»Scenes from the life of a detective« bietet ein vielschichtiges, ästhetisches, durch und durch reizvolles Spiel über Städte und Cinephilie, über die Femme Fatale und die spröde Schönheit Teherans.

Sa, 13. Juli, 18:00 Uhr
Residents of one-way street
Iran 2015, 72 Min., Persisch mit englischen Untertiteln, Regie: Mehdi Bagheri.
Die Straße des 30. Tir – Tir ist der vierte Monat des iranischen Kalenders – läuft in Nord-Süd-Richtung durch das Stadtzentrum Teherans und verbindet den Park-e Shahr im Süden mit der Jomhoori Avenue im Norden.
Der Name erinnert an die Todesopfer des 30. Tir 1331 (entspricht dem 21. Juli 1952). Dutzende Demonstranten wurden getötet, als sie für Premierminister Mohammad Mossadegh protestierten.
Die Straße des 30. Tir führt durch eines der ältesten Quartiere der Stadt. Hier lebten einst Armenier, Christen, Juden, Muslime und Zoroastrier Seite an Seite. Heute bleiben davon nur Erinnerungen und Fotoalben.

Reading salinger in park-e shar
Iran 2011, 29 Min., Persisch mit englischen Untertiteln, Regie: Pirouz Kalantari.
Dieser Film basiert auf persönlichen Erinnerungen. Die Vergangenheit verschmilzt poetisch mit Bildern aus der Gegenwart des Stadtparks, der im alten Zentrum Teherans liegt. Auf einer Bank im Stadtpark liest der Filmemacher Pirouz Kalantari eine Erzählung von J. D. Salinger. Eine weibliche Hand legt ein kleines Päckchen auf die offenen Seiten des Buchs, die Hand eines Jungen nimmt es wenig später auf. Aufsteigende Erinnerungen dienen zum Anlass, sich durch Teheran treiben zu lassen. 

Sa, 13. Juli, 20:30 Uhr
Statues of Teheran
Iran 2008, 60 Min., Persisch mit englischen Untertiteln, Regie: Bahman Kiarostami.
Welche Funktion erfüllen die zahlreichen Statuen und Monumente die auf den Straßen und Plätzen Teherans zu finden sind? Eine postmoderne Megalopolis, beherrscht von Ideologien, heimgesucht vom Vergessen.
Bahman Kiarostamis Dokumentarfilm folgt dem Schicksal zweier exemplarischer Skulpturen: zum einen ein Werk des bedeutenden Bildhauers Bahman Mohassess, das in den 1970er Jahren von der Familie des Schah in Auftrag gegeben worden war, zum anderen ein Tribut an die Islamische Revolution von Iraj Eskandari, das am Kreisverkehr des Revolutionsplatzes errichtet wurde. Der Film zeichnet die wechselhafte Geschichte und Rezeption der beiden Monumente nach.

Street sultans
Iran 2010, 39 Min., Persisch mit englischen Untertiteln, Regie: Paliz Khoshdel und Zeinab Tabrizi.
»Street sultans« ist die erste Zusammenarbeit der beiden Unterground-Filmemacher Paliz Khoshdel und Zeinab Tabrizi. Der Dokumentarfilm stellt den Sport und die Subkultur der Parkourläufer in Teherans Betonarchitekturen vor. Junge Frauen und junge Männer begeistern sich für die gleichermaßen spektakuläre wie gefährliche urbane Fortbewegung des Parkour. Gelingt es ihnen, in Teheran ein erstes Parkour-Festival auf die Beine zu stellen?

So, 14. Juli, 17:00 Uhr
Kulturszene Teheran: Im Gespräch mit Amirali Ghasemi
Amirali Ghasemi hat als Gastkurator das diesjährige Filmprogramm »Detour to Teheran« zusammengestellt. Er zählt zu den profiliertesten Künstlern und Kuratoren der jungen iranischen Kunstszene. Er studierte zunächst Grafikdesign an der Azad Universität in Teheran und schloss später ein Aufbaustudium an der Universität der Künste in Berlin an.  Er ist Gründer und Leiter der Parking Gallery sowie der New Media Society. Seine Arbeiten sind u. a. in der Sammlung des Victoria & Albert Museums in London vertreten, wurden in Belgien und den Niederlanden gezeigt und in Katalogen zur iranischen Kunst vorgestellt. Im Gespräch stellt er seine künstlerischen Positionen vor und gibt einen Einblick in die aktuelle iranische Kunstszene. Moderation: Silvia Bauer, Cinema Iran

So, 14. Juli, 18:00 Uhr
Kurzfilm-Programm

So, 14. Juli, 20:30 Uhr
Chicheka Lullaby (Preview)
Iran 2019, 97 Min., Persisch mit englischen Untertiteln, Regie: Raha Faridi.
»Chicheka Lullaby« ist ein Musik-Dokumentarfilm aus dem iranischen Süden. Der legendäre Musiker Ebrahim Monsefi (1945–1997) stammt aus der Region am Persischen Golf, aus Bandar Abbas. Vor gut zwanzig Jahren starb er verarmt und drogensüchtig, aber sein musikalisches Erbe beeinflusst bis heute viele iranische Künstlerinnen und Künstler. Dennoch ist seine Lebensgeschichte kaum bekannt. Der unabhängige, freiheitsliebende Künstler taucht in den offiziellen Erzählungen der iranischen Kulturgeschichte nicht auf.
Die Filmemacherin Raha Faridi kennt die Region am Persischen Golf gut. Ihre Großeltern leben dort. Über viele Jahre hat sie die Biographie Ebrahim Monsefis detailliert recherchiert und sein musikalisches Vermächtnis aufgespürt. Seine Geschichte steht exemplarisch für die vieler iranischer Künstlerinnen und Künstler.

Während Cinema Iran werden auch im Foyer Filme gezeigt.

Informationen zum detaillierten Programm erhalten Sie unter www.cinema-iran.de oder www.muenchner-stadtbibliothek.de. Den Programmflyer als pdf finden Sie hier.

In Kooperation mit Cinema Iran, Filmstadt München e. V. und Evangelische Stadtakademie München. Mit Unterstützung des KR (MSB)