Dance 2019   »Les 24 Préludes de Chopin« / »Henri Michaux: Mouvements« – Marie Chouinard Sylvie-Ann Paré

Dance 2019
»Les 24 Préludes de Chopin« / »Henri Michaux: Mouvements« – Marie Chouinard


| Carl-Orff-Saal/Carl Orff Hall

€ 30,–; erm. € 15,–

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Theatre & Dance – Dance
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Mit leichter Hand erfüllt Marie Chouinard in »Les 24 Préludes de Chopin« die Vorgaben der klassischen Form, tänzerisch wie musikalisch. Zugleich ist das 1999 entstandene Stück der kanadischen Choreografin ergreifend und entschlossen zeitgenössisch. Vom Licht skulptural in Szene gesetzt, changieren die Soli, Duette, Trios und Gruppenstücke zwischen Nachgeben und Dominieren, Raffinement und roher Kraft.

Ganz anders »Henri Michaux: Mouvements« von 2011: Chouinard übertrug das 1951 unter Meskalineinfluss entstandene Buch des französischsprachigen Malers und Dichters in eine Choreografie, inklusive Nachwort. Sie verwendet die Publikation wie einen choreografischen Score, Seite für Seite. Begleitet vom harten, industriellen Sound Louis Duforts.

Seit über vierzig Jahren choreografiert die Kanadierin – 1978 entstand ihr erstes Werk Crystallization –, seit beinahe dreißig Jahren existiert ihre 1990 gegründete Kompanie. Über 50 Stücke kreierte sie seither. Immer ist der Ausgangspunkt der intelligente, sich bewegende Körper, sein Atem, seine Knochen, sein Fleisch. Die zehn Tänzer/innen in dem 1999 entstandenen Ballett zu Préludes von Frédéric Chopin in transparenten Bodies und engen kurzen Hosen tauchen aus der Dunkelheit auf. Hervorgehoben vom Licht, setzen sie eine Zäsur innerhalb der Gruppe. Hochdynamisch, flink und kraftvoll, die freien Formen der Chopinschen für das Klavier geschriebenen Komposition förmlich reitend. Unter der Salon-Romantik der Musik flackert der Puls einer hochsensitiven, zwischen Überreizung und Askese, Introspektion und Rebellion oszillierenden Choreografie.

1980 entdeckte Marie Chouinard »Mouvements« von Henri Michaux, eines der Bücher, die während der Drogenexperimente des 1899 in Brüssel geborenen und 1984 in Paris gestorbenen Dichters und Malers entstanden sind. Es enthält 64 Tuschezeichnungen, ein Gedicht und ein Nachwort. Linien morphen hier zu figurengleichen oder buchstabenähnlichen Figuren, bisweilen arrangiert wie bei einer Partitur, die sich nie manifestiert. Der Text ist gekennzeichnet von einer kinetischen Direktheit, einem Konnex aus Körpern, Bewegungen und Farben. Bild für Bild, Wort für Wort transformierte Chouinard dieses Buch in Choreografie. Die Zeichnungen sind auf riesige Leinwände auf der Bühne projiziert, so dass das Publikum die Choreografie quasi »mitlesen« kann.

In das 2011 uraufgeführte Stück ist ein Solo aufgenommen, das bereits 2005 entstanden ist.

Dauer: 100 Min.
Artist Talk

Les 24 Préludes de Chopin
Choreografie und künstlerische Leitung: Marie Chouinard
Musik: Frédéric Chopin: 24 Préludes de l’opus 28
Tänzer/innen: Sébastien Cossette-Masse, Catherine Dagenais-Savard, Valeria Galluccio, Motrya Kozbur, Morgane Le Tiec, Luigi Luna, Scott McCabe, Sacha Ouellette-Deguire, Carol Prieur, Clémentine Schindler
Licht: Axel Morgenthaler
Kostüme: Liz Vanda
Make-up: Jacques-Lee Pelletier

Henri Michaux: Mouvements
2005–2011, Ballett in einem Akt
Künstlerische Leitung und Choreografie: Marie Chouinard
Musik: Louis Dufort
Projizierte Texte und Zeichnungen: Henri Michaux: Mouvements (1951), mit Genehmigung der Rechteinhaber von Henri Michaux und den Éditions Gallimard
Tänzer/innen: Jossua Collin-Dufour, Catherine Dagenais-Savard, Valeria Galluccio, Motrya Kozbur, Morgane Le Tiec, Luigi Luna, Scott McCabe, Sacha Ouellette-Deguire, Carol Prieur, Clémentine Schindler
Beleuchtung und Szenografie: Marie Chouinard
Sound Environment: Edward Freedman
Kostüme: Marie Chouinard
Frisuren: Marie Chouinard
Stimme: Marcel Sabourin

Eine »Compagnie Marie Chouinard«-Produktion. Mit Unterstützung von ImPulsTanz (Wien), der Vertretung der Regierung von Québec, Berlin und des Conseil des arts et des lettres du Québec (KR)






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