Die Hauptsache The organiser

Die Hauptsache


| Carl-Orff-Saal/Carl Orff Hall

€ 25,–, € 20,–; erm. € 15,–, € 10,–

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Theatre & Dance – Theatre
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Mit großer Freude präsentiert das Deutsche Gehörlosentheater nicht nur das lang erwartete abendfüllende Theaterstück »Die Hauptsache« nach Nikolai Evreinov, sondern auch zum ersten Mal eine echt gemischte Produktion: Hörende und gehörlose Schauspieler/innen agieren gemeinsam in Laut- und Gebärdensprache. Stückinhalt und das Motto der Kompanie, Ästhetik und Besetzung sind eng verflochten und verhandeln auf heiter-schelmische Weise die Kunst, sich trotz Hürden miteinander zu verständigen.
Regie: Jeffrey Döring

Zum Stück:
»Die Hauptsache«, frei nach dem Original von Nikolai Evreinov
Das Leben ist ein Trauerspiel – zumindest für die Besucher/innen einer mysteriösen Wahrsagerin in einem namenlosen, russischen Städtchen. Hunger und Krankheit, aber noch schlimmer Trübsinn und Einsamkeit greifen um sich und verdüstern die Gedanken der Leute. Doch steckt in jeder Tragödie auch ein Lustspiel, so wie in jeder Komödie die Tragik liegt, und so macht es sich ein reicher Lebemann zur Aufgabe, die Gemüter dieser Personen aufzuhellen. Doch wie erwärmt man das kalte Herz eines Menschen? Mit der Kraft der Maskerade, mit dem Zauber des Theaters. Flugs beschafft sich besagter Wohltäter drei weitere, äußerst erfolglose Schauspieler/innen und zieht mit ihnen verdeckt in ein russisches Wirtshaus, wo sich all die traurigen Gäste der Wahrsagerin bereits einquartiert haben. Dort beginnt nun ein buntes Verwirrspiel der Gefühle. Die junge Tänzerin gibt sich als Hausmädchen aus und verführt den selbstmörderischen Studenten. Ihr Ehemann, der Schauspieler, mimt den beflissenen Angestellten und flirtet mit der blässlich kranken Stenotypistin, während die Komikerin ununterbrochen Wodka trinkt und nebenbei der verbitterten Oberlehrerin ein Beruhigungsmittel nach dem nächsten verabreicht.
Herzen werden entflammt, Paare verlieren und finden sich und über all dem wacht mit einem milden Lächeln der ominöse Wohltäter. Finden die Paare die wahre Liebe und das Glück? Enttarnen die Pensionsgäste die maskierten Schauspieler/innen? Und wo steckt eigentlich dieser Ehebrecher, den scheinbar alle suchen?

Zur Inszenierung:
»Die Hauptsache« ist eine bunte Komödie aus der Feder des 1953 verstorbenen, russischen Theatermachers Nikolai Evreinov. Das Deutsche Gehörlosentheater unter der künstlerischen Leitung von Jeffrey Döring schreibt diese heitere Maskerade um und kreiert einen Abend über Liebe, Verstellung und die Kunst, sich trotz sprachlicher Hürden zu verständigen.
Mit »Die Hauptsache« begibt sich das Deutsche Gehörlosentheater in bisher unbekannte Gefilde. Erstmals stehen nicht nur gehörlose Darsteller/innen auf der Bühne, sondern auch hörende Akteur/innen. Während die Gehörlosen in Deutscher Gebärdensprache auf der Bühne kommunizieren, nutzen die Hörenden die Deutsche Lautsprache. Die Kluft zwischen den Sprachen, das Miss- und Nichtverstehen wird somit zum zentralen Dreh- und Angelpunkt der Inszenierung.
Das Publikum taucht unmittelbar in diesen Strudel sprachlicher Verwirrungen ein, finden doch einige Dialoge in Gebärden- und Lautsprache gleichzeitig statt. Was hat mein Gegenüber gerade gebärdet? Was soll mir diese Geste des Hörenden sagen? Wie kann diese Kluft zwischen gehörlosen und hörenden Figuren überbrückt werden?
Während zu Beginn die Figuren einander permanent missverstehen und dadurch in allzu komische Situationen gleiten, soll im zunehmenden Verlauf des Stückes die sprachliche Kommunikation der Figuren in den Hintergrund treten. Stattdessen kommunizieren die gehörlosen wie hörenden Akteur/innen durch Mittel der Maskerade, des gemeinsamen Spiels und des theatralen Bildes. Wie könnte wohl eine Gesellschaft aussehen, in der es unerheblich ist, ob man gehörlos ist oder hörend? Wie viel vermögen wir durch einen Blick, durch eine Berührung, durch ein Lächeln zu sagen? Wie sähe eine Sprache des Herzens aus, anstelle der Sprachen der Hände und des Mundes? Das Theaterstück ist eine Inklusion, eine Inklusion aus der Sicht der Gehörlosen.
Es ist keine Bühne mit einer Sprache und einer Kultur mit den hörenden Gebärdensprachdolmetscher/innen weit rechts oder links von der Bühne oder mit einer Übertitelung. Die Gehörlosen sowie die Hörenden sind Schauspieler/innen und sprechen in ihrer eigenen Sprache. Dieses Theaterstück zeichnet eine Utopie einer Gesellschaft, in der die Unterscheidung der Hörenden und der Gehörlosen unerheblich geworden ist und Interdependenz zwischen den beiden Gruppen existiert.

Es spielen vier Gehörlose und fünf Hörende: Jan Kress, Anne Zander, Eyk Kauly, Athina Lange, Lea Beie, Godje Hansen, Barbara Schmidt, Nils Malten und Andreas Mayer. Die Schauspieler/innen kommen aus unterschiedlichen Ecken Deutschlands. Die gehörlose Hälfte besetzt die Hauptrollen und ist die treibende Kraft auf der Bühne.

Die Karten gibt es unter www.gehoerlosentheater.de/die-hauptsache, unter www.muenchenticket.de sowie an den bekannten Vorverkaufstellen im ZKV im Untergeschoss von Marienplatz oder Stachus oder von München Ticket im Rathaus (Dienerstraße). Auch an der Abendkasse im Gaststeig gibt es dann noch Karten.

Mit dem neuen Theaterstück »Die Hauptsache« wird es wieder eine Tournee in ganz Deutschland geben. Die Tournee beginnt mit der Premiere in München. Darauf folgen die Auftritte in Berlin, Esslingen, Wiesbaden, Würzburg, Bremen, Hamburg, Köln, Karlsruhe, Dresden, Essen, Erfurt, Aschaffenburg, Fürth u. a. Der Ticketvorverkauf für alle Städte beginnt ab sofort. Die Karten gibt es unter www.gehoerlosentheater.de/die-hauptsache. Die Tickets sind grundsätzlich ermäßigt für DGT-Mitglieder, Studierende, Rentner/innen und Arbeitslose.

(Deutsches Gehörlosen-Theater e. V., München)